Es gibt firmenübergreifende Trends, die nach einer gewissen Zeit kaum zu übersehen sind. Das Tückische: oft vollziehen sich diese fast unmerklich und unvermittelt findet man sich einer Welt wieder, die ganz anders tickt als die bisherige.

So war es auch eine zufällige Begebenheit, die mich zu diesem Beitrag inspiriert hat. Fast nur noch eine Randbemerkung wert, möchte man meinen. Ende 2020 hat IKEA den letzten Katalog ausgeliefert.

Gewundert hat sich darüber kaum jemand und die Aufregung hielt sich in Grenzen. Nicht mehr zeitgemäß. Nicht umweltgerecht und vor allem viel zu teuer – so die Begründung. Natürlich kamen die geänderten Gewohnheiten, vor allem auch der jüngeren Zielgruppe, dieser Entscheidung enorm entgegen.

Heute googelt man was man sucht oder nutzt die Suchfunktion auf der Website des Anbieters. Fertig. Idealerweise führt die Anzeige dann direkt zum gewünschten Artikel mit den gewünschten Informationen. Bei Online-Shops wird anschließend mit wenigen weiteren Klicks das Produkt gleich online bestellt. Abgewickelt wird das Ganze übers Smartphone – alles in einem Rutsch.

Die guten alten Zeiten

Vielleicht gehören auch Sie zu den Menschen, die den „guten alten Zeiten“ nachtrauern, als das Telefon noch an der Wand hing und die Familie zur Hauptsendezeit vor dem Fernseher versammelt war, um die Tagesschau oder die Sportschau anzusehen. Oder die Zeitung aus Papier gelesen wurde. Auch ich kann mich ich daran noch erinnern, mein begehrtester Teil war immer der Sportteil – kein Wunder als Fussballfan 😉

Nichtsdestotrotz ist es als Unternehmer wichtig, die Augen aufzuhalten und die Chancen zu erkennen, die sich durch Änderungen ergeben. Unabhängig davon, was man persönlich davon hält. Und Chancen gibt es reichlich.

Kommunikation und Kaufverhalten

Die Kommunikation und auch das Kaufverhalten der Kunden ändern sich. Auch wenn die grundsätzlichen Vorgänge gleich bleiben. Immer noch sucht ein Kunde nach Informationen, baut sich daraus Entscheidungsgrundlagen und wählt dann den für ihn passenden Anbieter aus.

Aber sowohl die Art und Weise, als auch die Geschwindigkeit, haben sich längst verändert und der Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen. Die Informationssuche vollzieht sich mittlerweile fast ausschließlich online. Wer hier keine passenden Inhalte liefert und präsent ist, der existiert faktisch nicht mehr in der Wahrnehmung vieler Kunden.

Die Bereitschaft, Brüche in den Abläufen hinzunehmen sinkt zunehmend. Es ist also wenig hilfreich, wenn auf der Website erst ein Katalog angefordert werden muss oder sonstige Umwege eingebaut sind. Idealerweise erfolgt direkt bei der Informationsvermittlung auch eine Bestellmöglichkeit oder es kann – speziell bei Handwerkern und Dienstleistern – zumindest komfortabel ein Beratungstermin online vereinbart werden.

Nutzen Sie die Technik, die bereits zur Verfügung steht. Ihre Kunden kennen vielleicht noch nicht alle Möglichkeiten, aber wenn sie diese bei einem Wettbewerber von Ihnen kennenlernen, werden sie die damit verbundenen Vorteile bei Ihnen vermissen. Seien Sie vorne dabei, wenn es darum geht, Ihren Kunden den Weg zu Ihnen und Ihrem Angebot zu erleichtern. Der Kunde kauft nicht immer das beste Angebot, sondern das, das er am besten versteht und zu dem er einen einfachen Zugang hat.

Veränderungen vollziehen sich immer exponentiell. Wenn Menschen heute anders lernen, anders kommunizieren, anders einkaufen und anders Dienstleister auswählen, dann macht das zunächst natürlich nicht jeder. Zuerst treten die neuen Verhaltensweisen vereinzelt auf. Die Vorteile sprechen sich jedoch schnell herum. Immer mehr Nutzer probieren es aus, bis daraus ein neuer Standard entsteht.

Für Anbieter, die diese Entwicklungen verschlafen, wirkt das dann so, als hätte sich die Welt über Nacht verändert, weil jeder neue Anforderungen stellt. Aber der Eindruck täuscht. Die Entwicklung hat sich längst angekündigt, während man selbst vielleicht noch dachte, alles würde weiterlaufen wie bisher.

Kurzfristige Trends kommen und gehen, nicht jedem muss man hinterher rennen. Aber beobachten Sie das Geschehen und passen Ihre Unternehmensstrategie immer wieder an neue Gegebenheiten an. Zumindest diejenigen, die Ihnen und Ihren Kunden das Leben leichter machen. Wer sich hier dauerhaft verweigert, verpasst wertvolle Chancen und verliert früher oder später den Anschluss. Wenn Sie vorne dabei sein möchten, beraten wir Sie gerne.

Passend zu den digitalen Entwicklungen geht es im nächsten Beitrag darum, ob und warum man überhaupt noch Marketing betreiben soll, wenn man jetzt schon die vielen Aufträge kaum abarbeiten kann.

Bis bald
Thomas Issler